Archiv für März, 2006

Adressetiketten mit dem DYMO Labelprinter erstellen

Dienstag, 14. März 2006

Wer neben dem normalen Schriftverkehr noch täglich mit einer größeren Zahl von Adressaufklebern für Pakete, Päckchen, Werbeaussendungen etc. zu tun hat, wird gerne auf einen DYMO Etikettendrucker zurückgreifen. Nicht so gerne jedoch auf das relativ lausige Programm zur Etikettengestaltung. Die Anbindung an das OS X Adressbuch ist eher rudimentär, es gibt keine Suchfunktion und auch die Sortierung ist vorgegeben.

Dabei braucht es in den allermeisten Fällen keine zusätzliche Software, sondern nur einen kleinen Eingriff in die Druckfunktion des OS X Adressbuchs.

Eigenes Format erzeugen

Der Kniff liegt darin, nicht den Stil »Adressetiketten« sondern »Umschläge« zu verwenden. Das Problem beim Stil »Adressetiketten« ist zum einen die sehr übersichtliche Auswahl an vorgegebenen DYMO-Aufklebern. Zum anderen die fehlende Möglichkeit neben Abständen zum Rand überhaupt die Größe eines Labels frei festzulegen.

Anders dagegen bei den Umschlägen, wo die Umschlagsgröße (hier das Etikettenformat) in mm, Zoll oder Punkt frei festzulegen ist. Mit den angegebenen Daten lassen sich dann die Felder für die Empfänger und ggf. sogar noch für die Absenderadresse (im bebilderten Beispiel unterdrückt) frei positionieren. Über »Ausrichtung« wird dann noch das Etikett passend gedreht.

Dymo Labelprinter Etikett

Sichere USB-Sticks selbst gemacht

Montag, 13. März 2006

Für’s Onlinebanking empfiehlt sich das sehr sichere HBCI-Verfahren mehr als die unsägliche Sicherheitslücke PIN/TAN (egal ob mit oder ohne “M” oder “i” vorn dran – das grundsätzlich Konzept ist unsicher). MacGiro unterstützt von Anfang an diese Möglichkeit. Allerdings waren in der Frühzeit des Onlinebankings über HBCI nur Karten und entsprechende Leser als Medium für den HBCI-Schlüssel wirklich sicher. Nun setzen sich neuerdings immer mehr USB-Sticks mit entsprechenden Sicherheitsmechanismen durch.

OS X hat auch hier zum im Werkzeugkasten das passende Bordmittel um einen handelsüblichen USB-Stick in ein hochsicheres Medium zu verwandeln.

Mit dem unter OS X mitgelieferten Festplatten-Dienstprogramm lassen sich verschlüsselte Images erstellen:

  1. Festplattendienstprogramm unter Programme/Dienstprogramme/ starten.
  2. Neues Image erstellen
    Festplattendienstprogramm
  3. Image-Einstellungen vornehmen
    Oben Dateinamen und Speicherort wählen
    (Ziel-)Größe Festlegen (z.B. 100 MB) – die HBCI-Schlüsseldatei selbst ist etwa 1,9 kB groß
    Verschlüsselung aktivieren
    Format wählen (z.B. mitwachsendes Image)
    Einstellungen
    Unterschied “beschreibares Image” gegen “mitwachsendes Image”: Das mitwachsende passt seine Grösse nach dem Inhalt an. d.h. es ist anfangs kleiner und wächst je nach inhalt bis zur angegebenen Zielgrösse mit. Beim “beschreibaren Image” ist die Grösse fix. d.h. es benötig von Anbeginn die angegebene Grösse, auch wenn noch nix drin ist.
  4. Passwort vergeben
    Passworteingabe
    Hier wird das Passwort für den Zugang zum Image eingegeben. Je nachdem ob der Haken für den Schlüsselbund gesetzt wird, erfolgt beim Mounten des Images eine Passwortabfrage oder der Rückgriff auf den OS X Schlüsselbund. Mehr dazu unten
  5. Image wird erstellt
    erzeugte Image-Datei
    Am oben ausgewählten Speicherplatz erscheint nun das Diskimage (.sparsimage oder .img je nach verwendetem Format unter Schritt 3) und auf dem Schreibtisch erscheint das aktivierte Volumen. Dort können nun die Dokumente reingeschrieben werden.

Das gespeicherte Imagefile kann nun per Doppelklick im Finder gestartet werden und wird – wie jeder andere Datenträger auch – gemountet und verhält sich auch ansonsten wie eine normale Festplatte oder eine Serverfreigaben. Es kann mit Apfel-E oder mit Drag ‘n Drop auf auf den Papierkorb entfernt werden.

Ist der Haken für den Schlüsselbund (siehe unter 4.) deaktiviert worden, muß beim Aktivieren des Images das festgelegte Passwort eingegeben werden. Wurde der Haken gesetzt, wird das Volume automatisch aktiviert ohne das eine Nachfrage erfolgt. Die Wahl ist also hier zwischen »sicher« und »bequem« zu treffen. Für die Bequemlichkeit spricht, das der Stick falls er in unbefugte Hände gerät, an einem anderen Rechner (ohne Passwort im Schlüsselbund) immer noch geschützt ist. Wird der Stick an einem dafür eingerichteten Rechner benutzt ist der Schutz natürlich ungleich löchriger, weil bestenfalls noch eine Abfrage für das Masterpasswort des Schlüsselbundes (je nach Einstellungen) auftaucht.

Dieser Beitrag basiert auf einem Posting von meinem Freund Simon Eisele, Mac-Systemadministrator an der Hochschule der Medien, Stuttgart im Apfeltalk-Forum. Von ihm stammen auch die Screenshots. Vielen Dank für die Genehmigung dies hier zu veröffentlichen.

Adressbucheinträge an Route 66 übergeben

Montag, 13. März 2006

Wer vor Fahrtantritt seine Kundenbesuche etwas planen möchte oder seine Liefertour optimieren will kann das Mac OS X Adressbuch und Route 66 dafür nutzen. Apple liefert PlugIns für den Onlinedienst MapQuest mit, sofern (z.B.) unterwegs aber keine oder nur ein langsame Internetanbindung besteht wäre es wünschenswert dafür Offline-Ressourcen wie Route 66 auf der lokalen Platte nutzen zu können. Daher habe ich das Addressbook-PlugIn – ein kleines AppleScript das mit einem Trigger für das Adressbuch ausgestattet ist – das die Daten an MapSource übergibt entsprechend umgeschrieben, das als Empfänger Route 66 nutzt.

Adressbuch Popup-Menu Adresse Route 66

Da Route 66 an sich nicht AppleScript-fähig ist, muß man den Umweg über das sog. GUI-Scripting nutzen. Dabei verhält sich das Script so, als würde eine Benutzerinteraktion mit dem Programm stattfinden. Also etwa: drücke den zweiten Knopf von links in der ersten Spalte des Fensters mit dem Namen “xyz” im Programm “abc”. Kein sehr eleganter Weg, aber er funktioniert, sofern in der Systemeinstellung »Bedienungshilfen« der »Zugriff für Hilfsgeräte« aktiviert ist.

Zugriff für Hilfsgeräte aktivieren

Leider ist die Entwicklung der Mac-Version von Route 66 beim Stand von 2004 stehen geblieben, während die Windows- und PDA-Versionen fleissig weiterentwickelt wurden. In Ermangelung eines Wettbewerbers ist Route 66 aber immer noch die einzige Lösung wenn man Routenplanung auf dem Mac betreiben will. Es bleibt zu hoffen, dass die Ankündigung von Garmin sämtliche Software bis zum Jahresende 2006 auf OS X zu portieren, diesen Markt etwas neu sortiert. Zumal Route 66 auf seine akutellen Webseite die Mac-Version nicht einmal mehr anbietet oder supported! Der Claim “Mit Abstand der Beste” kann den Sinne nur heissen “Der Einäugige ist der Blinden König”

Das Adressbuch PlugIn zur Adresssuche in Route 66 steht hier zum kostenlosen Download bereit. Nach dem Download auspacken und in das Verzeichnis ~/Library/Address Book Plug Ins legen; Adressbuch neustarten; fertig.

Newsletter per Adressbuch und Mail

Samstag, 11. März 2006

Eines vorne weg: das hier wird keine Anleitung zum Spammen via Mac! Wer einen Newsletter aufbauen will, sollte ich über die juristischen, marketingtechnischen und moralischen Do’s und Dont’s sehr im Klaren sein. Hier geht es nur um die technische Anwendung und wie sie mit den Bordmitteln von OS X umgesetzt werden können.

Der einfachste Fall wäre, eine Newsletter eMail aufzusetzen, die Empfängeradressen in das »An:«-Feld einzutragen und fertig. Nun ja, so einfach geht’s dann doch nicht. Damit wüsste dann jeder Empfänger wer außer ihm selbst noch von Ihnen mit Informationen bedacht würde. Und wer hindert einen Empfänger nicht die restlichen Adressen für seine eigenen Zwecke zu nutzen?

Eine erste Verbesserung wäre es also die Mail an nur eine eigene Adresse zusenden und die übrigen Empfänger als sog. BCC – Blindkopie einzutragen. Das Feld BCC wird nicht automatisch bei neuen Mails anzeigt, sondern ist über das Menü »Darstellung« oder das Tastenkürzel Alt-Apfel-B erreichbar. Aber auch dieser Workaround bietet wieder neue Tücken: Ab einer gewissen Menge von Empfängern wird es bei einige Mail-Relays – also Server im Internet die für den Transport der eMails zuständig sind – schon schwierig diese zu passieren. Eine einfache Filterregel lautet: »Wenn mehr als x Empfänger eingetragen, dann vermute Spam und lehne Transport ab!« In der Praxis habe ich es erlebt, das schon 50 Empfängeradressen in einer eMail ausreichen um diesen Regel in Kraft zu setzen.

Idealerweise brauchen wir also pro Empfänger eine einzelne eMail. Der Weg dorthin führt über die Gruppen im Adressbuch und einer passenden Einstellung in Apple Mail. Im Adressbuch wird eine Gruppe – nennen wir sie »Newsletter« – erzeugt, die alle Kontakte aufnimmt, die den Newsletter erhalten soll.

Gruppe Newsletter im Adressbuch

Wichtig dabei: der Name der Gruppe sollte so gebildet werden dass er keine Leerschritte, Umlaute oder Sonderzeichen (Ausnahmen: Bindestrich, Unterstrich, Punkt). Je nach Provider wird der Gruppenname noch um eine Domain erweitert, so dass sichergestellt sein muß, das der Name den Konventionen für eine gültige eMail entspricht.

Erweiterung des Gruppennamens um Domain

Der zweite wichtige Punkt findet sich in den Einstellungen für Apple Mail unter »Verfassen«. Der Eintrag »Bei eMails an eine Gruppe alle Mitglieder einblenden«. Sofern dort kein Haken zu finden ist, erzeugt Apple Mail je Kontakt in der Gruppe eine einzelne eMail die als offensichtlichen Empfänger den Gruppennamen trägt, über den Mail-Header-Eintrag »Envelope-to:« aber die korrekte Mailadresse des einzelnen Empfängers mitgeliefert bekommt.

Einstellung Verfassen von Apple Mail

Text-only- oder HTML-Mail?

Eine Frage, die immer wieder kontrovers diskutiert wird. Auf der einen Seite die Puristen, die auf das reine Textformat bestehen. Schliesslich läßt sich auch mit ASCII-Zeichen eine Gestaltung und optische Gliederung erstellen. Weiterführende Gestaltungen, Bilder zu Produkten, PDF-Preislisten, etc. lassen sich über einen Link zum eigenen Webserver ansprechbar machen. Auf der anderen Seite der Ruf nach Corporate Identity und den gestalterischen Möglichkeiten, die HTML bietet. Ob Text oder HTML sollte jeder Versender für sich prüfen und anhand seiner Kunden und deren Wünsche entscheiden. Die einfachste Form einen HTML-gestalteten Newsletter zu erzeugen bietet Safari. Eine mit einem beliebigen Webeditor erstellte Seite wird in Safari aufgerufen und über die Funktion “Inhalt dieser Seite per eMail versenden” (ab Safari 2.0 unter Tiger vorhanden) entsteht durch Zauberhand eine hübsche HTML-Mail.

Inhalt der Seite als Email senden

Die Grenzen dieses Verfahrens

Sämtliche Adressen müssen natürlich im Adressbuch vorhanden sein um sie auch in die Gruppe integrieren zu können. Nicht immer ist es jedoch gewollt diese dort vorzuhalten. Insbesondere bei sehr großen Verteilerlisten, wo in den meisten Fällen nur die eMail-Adresse selbst vorhanden ist, jedoch keine weiteren Adressdaten, die den Kontakt qualifizieren, wird das Adressbuch schnell recht unübersichtlich. Gängige Verfahren, die einem Newsletter-Bezug vorangehen sollten, wie z.B. ein Double-OptIn-Verfahren, bei dem die Anforderung des Newsletters vom Empfänger zum einen angestoßen und in einem zweiten Schritt auch noch bestätigt werden muß, lassen sich nur mit reichlich Handarbeit abbilden oder fallen im Zweifelsfall komplett unter den Tisch. Auch bei der Abmeldung von Kunden von dem Newsletter bedarf es ein manueller Sorgfalt um die Austragung sicher zu stellen. Nichts ist schlimmer als mit einem längst abbestellten Newsletter weiterhin belästigt zu werden. Die vorgestellte Lösung taugt daher insbesondere für unregelmässig stattfindende Benachrichtigungen von einer überschaubaren Zahl von Personen, mit denen man regelmässig und/oder geschäftsmässig im Kontakt steht.

Mailman Wer darüberhinaus gehende Ansprüche an einen Newsletter hat, sollte zum OS X Server greifen. Das dort mitgelieferte Programm »Mailman« bietet alle notwendigen Einstellungen für das o.g. Double-OptIn, die Möglichkeit eines jeden Kunden seinen Eintrag selbst zu verwalten und sich ggf. auch leicht wieder abzumelden.

Mailman in OS X Server

Weiterführende Informationen zum Thema eMail-Marketing, Newsletter, etc. bietet der E-Mail Marketing Blog.