Pimp my Safari

»Pimp my ride« – übersetzt etwa: »motz‘ meine Karre auf« – hieß es zuerst auf MTV. Davon inspiriert und als Gegenpart zu den reichlichen Firefox-Extensions entstand kurz darauf die Webseite pimpmysafari.com. Hier sind so ziemlich alle Erweiterungsmöglichkeiten für Apples Safari gelistet. Ein paar davon, die ich im täglichen Einsatz verwende möchte ich vorstellen.

Allen gemeinsam ist, das sie kostenlos (generell oder mindestens für den Privatgebrauch) nutzbar sind. Wenn ich schon kein Geld mehr für den Browser ausgeben muß – warum sollte ich es dann für Erweiterungen tun? Damit fallen andere, häufig genutzte und durchaus sehr gute Erweiterungen wie z.B. Saft oder PithHelmet die aber kostenpflichtig sind durch mein Raster.

Zur besseren Übersicht habe ich die Erweiterungen etwas kategorisiert:

Internet PlugIns

Ablageort: /Library/Internet Plug-Ins/ oder ~/Library/Internet Plug-Ins/

Die allermeisten sind „ab Werk“ installiert und bedürfen keiner großen Aufmerksamkeit. Bei mir sind im wesentlichen PlugIns installiert, die weitere Dateiformate im Browser zugänglich machen. Dazu gehören Quicktime, Real, und Windows Media als Streamingformate, Macromedia Flash, Macromedia Director und Adobe SVG als Grafikformate, Java um clientseitige Applikationen ausführen zu können. Dazu die beiden Schubert-PlugIns um PDF, Postscript und Word-Dokumente im Browser anzeigen zu können. Außerdem kommt bei mir noch ein weiteres PlugIn dazu, das die Hilfsapplikation iGetter beisteuert.

Hilfsapplikationen

Ablageort: /Applications/ (lokalisiert: /Programme/)

iGetter kümmert sich (anstatt des safarieigenen Downloadmanagers) um alles was aus dem Netz zu saugen ist. Hauptvorteil des iGetters ist dabei, das der Download in mehreren Teilsegmenten parallel erfolgt. Diese Teilsegmente werden dann anschliessend lokal wieder zur kompletten Datei zusammengeschraubt. Damit kann der Datendurchsatz erheblich gesteigert werden. Ebenso kann nicht nur ein Server zum Download herangezogen werden, sondern – sofern entsprechende Mirrors bekannt sind – kann der Download auf mehrere Server gleichzeitig verteilt werden. Um komplette Sites runterzuladen und lokal nutzbar zu machen greife ich auf SiteSucker zurück. Damit kann den Umfang des Downloads (nur bestimmte Dateitypen, bis zu einer gewissen Ordnertiefe, innerhalb einer URL, …) recht genau festlegen. Zudem werden die enthaltenen Links (zu Bilder, Unterseiten etc.) so aufgearbeitet, das in der lokalen Kopie gebrowst werden kann. Als weiteres Hilfsprogramm habe ich Shrook als Newsreader im Einsatz. Die Verzahnung zu Safari liegt im wesentlichen in der (Mit-)Benutzung der Renderingengine um über das kurze RSS-Format hinaus gleich wenn nötig die komplette Webpage darzustellen. Ich empfinde das Arbeiten mit Shrook als angenehmer als die eingebaute RSS-Funktion von Safari.

Favelets/Bookmarklets

Ablageort: innerhalb von Safari in den Bookmarks

Brauchbare Favlets finden sich bei Tantek Çelik. Favelets oder Bookmarklets sind kleine JavaScript-Schnippsel, die auf die aktuell geöffnete Webseite oder das aktuelle Fenster wirken. Damit kann man z.B. die Fenstergröße des Browsers anpassen, Seiten an den W3C-Validator übergeben, etc. Die Schnipsel werden als Bookmark gespeichert und sind so leicht zugänglich. Ich habe mir dafür ein »Apfelmenü« in der Bookmarkleiste geschaffen. Einfach einen Ordner anlegen und als Namen mit Alt-Shift-Stern den Apfel erzeugen.

AppleScripts

Ablageort: wahlfrei, da ich viele eigene Scripte nutze, habe ich mir einen extra Ordner unter ~/Dokumente/Scripts/ geschaffen

Internet Explorer/Windows-Benutezr bekommen von ebay einen Link unter dem Ablaufdatum der Auktion angezeigt, mit der der Ablauftermin in den Outlook-Kalender übernommen werden kann. Eine ähnliche Funktion kann man sich für dem Mac mit AppleScript schaffen. eBaytoiCal liest die Artikelseite von ebay aus und übergibt das Enddatum der Auktion an iCal, wo es als Termin samt Erinnerung und URL-Angabe eingetragen wird. Um das Scirpt aufzurufen habe ich mir mit Hilfe von Butler ein Tastenkürzel geschaffen.

InputManagers

Ablageort: /Library/InputManagers/ oder ~/Library/InputManagers/

SafariBlock ist ein Blocker für Werbebanner, der auf der Basis von URL-Strings arbeitet. Damit können bestimmte Werbeserver sehr leicht geblockt werden. Zusätzlich nutze ich zum blocken von bestimmten Medienformaten noch ein lokales Stylesheet. Hiermit werden bestimmte Bildgrößen (definierte Werbeformate) und Flash-Elemente die von definierten Servern kommen auf unsichtbar gesetzt. SafariNoTimeout setzt die erlaubte Antwortzeit von Servern hoch, wodurch es zu weniger Ladeabbrüchen bei langsamen Server kommt. SafariPlus ist für die Verwaltung von Cookies zuständig. Nur wer in der Positivliste von SafariPlus eingetragen ist, darf ein Cookie setzen.

SafariStand bietet eine komfortable Suche in den Bookmarks und der History, kann Downloads nach Datum absortieren, leitet _blank-Targets in neue Tabs, Tabs können per Scrollrad gewechselt werden, in einer Sidebar können Previews von den Seiten angeschaut und sortiert werden (ähnlich wie bei OmniWeb), Bookmarks können mit Labeln versehen werden, eine Tableiste kann als Sitzung gespeichert werden, über SiteAlteration können z.B. Schriftgrößen für bestimmte Seiten angepaßt, JS ein/ausgeschaltet werden, und und und … SafariStand kommt aus Japan und vorallem die Doku ist nicht vollständig in Englisch übersetzt, so daß man etwas experiementieren muß um wirklich alle Funktionen zu entdecken. Auch eine Erweiterung der GoogleSuche wäre mit SafariStand möglich, aber dazu nutze ich AcidSearch – eine SIMBL-Erweiterung. SIMBL ist ebenfalls ein InputManager und eine Meta-Ebene unter der mehrere PlugIns verwaltet werden.

SIMBL-basierte Erweiterungen

Ablageort: /Library/Application Support/SIMBL/Plugins/
oder ~/Library/Application Support/SIMBL/Plugins/

AcidSearch erweitert das Google-Suchfeld um weitere, freidefinierbare Suchen. Bei mir starte ich z.B. Anfragen an Macupdate, Versiontracker, die Postleitzahlensuche, Gracenote, Amazon oder eBay über den Safari-Suchschlitz, Dazu können entweder Hotkeys oder Abkürzungen eingesetzt werden. Außerdem verfügt AcidSearch über die Möglichkeit auf einer aufgerufenen Webseite Inhalte mit der von Mozilla bekannten Funktion »Search as you type« zu finden. Sehr praktisch, wenn die Suche innerhalb der Seite bei Eintippen des/der ersten Buchstaben startet. SafariSource bietet mir die Möglichkeit Quelltexte mit Syntaxhiliting zu versehen, was sie leichter lesbar macht. Ich habe mir ein Farbmodell angelegt, das sich an BBEdit orientiert, da ich damit normalerweise Seiten erstelle und so nicht umlernen muß. Ebenfalls für WebDesigner interessant sind die WebDevAdditions, mit der man einen Röntgenblick in eine Seite nehmen kann.

WebKit

Ablageort: /Applications/ (lokalisiert: /Programme/)

Das WebKit ist der von der OpenSource Gemeinde weiterentwickelte Unterbau von Safari. Die Oberfläche ist exakt Safari, lediglich die Rendering Engine und die Funktionalitäten sind weiterentwickelt. Was im WebKit gezeigt wird, findet sich i.d.R. in künftigen Versionen von Safari wieder. Hier war auch zuerst das korrekte Rendering des ACID2-Test zu bestaunen, den Safari zwischenzeitlich (seit 2.0) ab Werk beherrscht. Ein aktuelles Feature ist der WebKit Inspector – der insbesondere für Webentwickler wesentliche Hinweise auf die Dokumentstruktur, das eingesetzte CSS usw. gibt.

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